Hermann Bäumer
Der 1965 in Bielefeld geborene Hermann Bäumer begann mit sechs Jahren Klavier zu spielen. Später erhielt er auch Violoncello- und Posaunenunterricht und studierte dann an der Musikhochschule Detmold Schulmusik mit besonderem Interesse an den Fächern Klavier, Chorleitung, Orchesterdirigat und Posaune. Nach seinem Konzertexamen im Fach Posaune gewann er mit dem „TRITON Trombone Quartet” bei den Kammermusikwettbewerben in Barcs (Ungarn) und Tokio den 1. bzw. 2. Preis.
1995 begann Hermann Bäumer ein Dirigierstudium in Leipzig bei Professor Rhode mit Schwerpunkt „Oper”, das er im März 1997 abschloss. Von 1996 bis 2000 war er Dirigent und Leiter des Sinfonie Orchesters Schöneberg, mit dem er unter anderem im Rahmen des „Wanderer”-Zyklus' des Berliner Philharmonischen Orchesters die Gesamtfassung des dramatischen Gedichtes Manfred mit der Musik Robert Schumanns in der Philharmonie Berlin aufführte. Es folgten mit dem Orchester szenische Aufführungen von Opern von Carl Orff und Howard Blake (ebenfalls in Berlin) und eine Konzertreise nach Mexiko.
Aufnahmen und Konzerte führten Bäumer u.a. zu der Thüringischen Philharmonie Suhl, zum Rundfunk- orchester des Bayerischen Rundfunks, zur Royal Norwegian Navy Band, dem Opernhaus Wuppertal (Mozarts Die Zauberflöte), zu den Östgotan Blas- symphonikern (Linköping), dem Berliner Sibelius Orchester und dem Iceland Symphony Orchestra (Werke von Jon Leifs, Mozart, Weber und Rossini). Die Aufnahmen erscheinen bei dem schwedischen Label BIS, für das auch eine Aufnahme mit dem Norrköping Symphony Orchestra geplant ist.
Hermann Bäumer arbeitet als Dirigent regelmäßig mit Mitgliedern des Berliner Philharmonischen Orchesters zusammen, so z.B. dem Scharoun- Ensemble, dem Blechbläserensemble der Berliner Philharmoniker in einer Aufnahme für die Deutsche Grammophon, den zwölf Cellisten desselben Orchesters in einer Aufnahme für EMI und dem Philharmonischen Bläserquintett mit einer Urauf- führung von Brett Dean. Zum Holocaust Gedenktag dirigierte er die Uraufführung von Love des Kompo- nisten Ora Bar Chaim für Klarinette und Streicher mit Giora Feidman und Mitgliedern des Berliner Philharmonischen Orchesters. Die Berliner Philhar- moniker dirigierte er in einer Aufnahme für das Sony Entertainment Center im April 1999.
Eine besondere Beziehung hat Hermann Bäumer zu Jugendorchestern. Nachdem er vielfach als Dozent für das RIAS Jugendorchester, die Junge Deutsche Philharmonie und das „Jeunesses Musicales” Welt- orchester gearbeitet hat, assistierte er bei letzterem Yakov Kreizberg 2000 und 2001. Im Sommer 2001 war er Assistent von Rudolf Barschai bei der Jungen Deutsche Philharmonie. Im März desselben Jahres dirigierte Bäumer das Rias Jugendorchester bei der erstmaligen szenischen Aufführung dreier Einakter von Hindemith in Berlin und löste damit ein großes Presseecho aus. Die Opern wurden vom Deutsch- landRadio aufgezeichnet und im gleichen Monat gesendet. 2002 leitet der Dirigent zum wiederholten Male das Landesjugendorchester Rheinland-Pfalz.
Weiterhin stehen diese Saison Dirigate beim Scharoun-Ensemble, beim Ensemble Modern, bei der Kammerakademie Potsdam und beim Sympho- nieorchester Norrköping auf dem Programm, genau so wie ein Konzert mit dem Kammerorchester der Musikhochschule „Hanns Eisler” in der Berliner Philharmonie. Geplant ist darüber hinaus eine konzertante Oper mit dem Rundfunkorchester des Bayerischen Rundfunks mit Mitschnitt durch das Label BIS sowie eine Zusammenarbeit mit dem Deutschen Symphonieorchester Berlin.
1987 erhielt Hermann Bäumer die Stelle des Bass- posaunisten bei den Bamberger Symphoniker; 1992 wechselte er als Posaunist zu den Berliner Philharmonikern. Er trat als Solist u.a. bei den Salzburger Osterfestspielen mit Berios Sequenza auf und bei den Luzerner Musikfestwochen in Strawinskys Geschichte vom Soldaten. Bäumer war zu Gast bei mehreren Blechbläserensembles, wie z.B. bei German Brass und HR Brass und ist Mitglied des Blechbläserensembles der Berliner Philharmoniker. Neben seiner Lehrtätigkeit an der Musikhochschule Detmold gab er Meisterkurse an den Musikhochschulen in Tokio, Oslo, Berlin, Leipzig und Saarbrücken sowie am Konservatorium in Wiesbaden.
Seit 1991 ist Hermann Bäumer künstlerischer Leiter des Blechbläserensembles „Brass partout", das sich aus Mitgliedern der großen deutschen Orchester zusammensetzt. Er dirigierte dieses Ensemble bis jetzt in über 6o Konzerten, darunter mit Vorliebe Werke zeitgenössischer Komponisten wie Denisov, Takemitsu, Tomasi, Arnold, Rautavaara, Nyman und Tippett sowie Uraufführungen von Cezanne und Thomas. Unter seiner Leitung spielte das Ensemble bisher zwei CDs bei dem schwedischen Label BIS mit skandinavischer bzw. russischer Originalliteratur für Blechbläser und Schlagzeug ein, die nicht nur in der Fachpresse sehr gelobt wurden
