Gerhardt Müller-Goldbloom

Gerhardt Müller-Goldboom begann seine musikalische Laufbahn zunächst als Kontrabassist im Radio-Symphonie-Orchester Berlin. Seine gleichzeitigen kompositorischen Arbeiten wurden von verschiedenen Seiten gefördert und auf internationalen Festivals der Neuen Musik in Deutschland, Italien und der Schweiz aufgeführt. Nach grundlegenden Forschungen zur Wahrnehmung von Mikrointervallen entwickelte er die Konzeption vom Bereichscharakter des Intervalls, die für die zuletzt komponierten Stücke, etwa das Streichquartett gli spazi dentro, die harmonische Grundlage bildet. 2000 entstanden drei computergenerierte Kompositionen (less than...), die demnächst als CD erscheinen.

Seine Dirigierpraxis erwarb sich Gerhardt Müller- Goldboom mit dem von ihm initiierten Ensemble „work in progress – Berlin”, mit dem er auch sein Debut gab. 1992–97 leitete er „work in progress – Berlin” in einer eigenen Konzert-Reihe im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie mit zahlreichen Uraufführungen und Schlüsselwerken der Neuen Musik, die vom Rundfunk bzw. auf CD dokumentiert sind. 2001 leitete Gerhardt Müller- Goldboom auf Einladung Kent Naganos eines der Konzerte, die das Deutsche Symphonie-Orchester anlässlich des 75. Geburtstags des Komponisten György Kurtág veranstaltete, sowie die Uraufführung der Sinfonia 1a „Colombia” des Mexikaners Julián Carrillo beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Eine Aufnahme dieser Sinfonia sowie konzertanter Kompositionen Astor Piazzollas mit demselben Orchester werden im nächsten Jahr als CD erscheinen.